Karriere, Frauen

Karriere im Beruf – Woran scheitern Frauen?

Geschrieben von Cornelia Bohlen am in Blog, Erfolg im Beruf

Karriere im Beruf – Woran scheitern Frauen?

Sie möchten als Frau beruflich erfolgreich werden und bleiben? 

Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Frau Anfang 40. In ihrer Firma leistete sie seit Jahren eine gute Arbeit. Auch die Einstiegsposition nach dem Studium als Assistentin des Bereichsleiters und die folgenden Positionen deuteten darauf, dass es immer wieder interessante Optionen geben würde, um sich weiterzuentwickeln.

In letzter Zeit gingen jedoch alle interessanten Positionen an ihr vorbei. Auch ihre bisherigen Mentoren sahen keine neue Herausforderung für sie. Das ärgerte sie mehr und mehr.

Als vor einem halben Jahr ein Mann Anfang dreißig von außen geholt wurde und die Abteilungsleitung übernahm, war sie nicht einmal gefragt worden und das, obwohl der Wunsch nach Weiterentwicklung auch bei ihren Vorgesetzten bekannt war.

Auf meine Frage, was denn genau ihre Aufgaben seien, antwortete sie, das sei ja genau das Problem. Sie sei bereits seit längerem dafür verantwortlich, alle fehlenden Informationen einzuholen und termingerecht zusammen-zustellen. Das bedeute einen permanenten Druck, der häufig kaum auszuhalten sei.

Das es unter anderem bestimmte Verhaltensweisen waren, die sie selbst in diese Lage gebracht haben, ist nur eine Seite der Medaille.

Bei meiner Recherche zu diesem Thema stieß ich immer wieder auf ein Hindernis, das sich als ganz entscheidend erweist: die Unternehmenskultur. In vielen Unternehmen herrscht eine Unternehmenskultur, in der Frauen nicht die gleiche Unterstützung erfahren wie ihre männlichen Kollegen.

Weitere Ursachen für das Scheitern einer Karriere von Frauen (aus verschiedenen Studien und Artikeln für Sie zusammengestellt):

  • mangelnder, bewusster Einsatz von Arroganz als Machtsymbol in männlich-dominierten Führungsstrukturen für eigene Interessen (als Werkzeug – nicht als Haltung)
  • Interesse an Spaß im Job, ein freundliches Arbeitsumfeld statt Beförderung, Prestige und Macht
  • die Spielregeln des eigenen Unternehmens nicht durchschauen
  • übersteigerter Teamgeist: gut für das Unternehmen solange die eigene Leistung nicht vom Team überschattet wird
  • fehlende Ellbogenmentalität – Angst vor Konflikten und Konkurrenzkampf
  • mangelndes Selbstbewusstsein: Frauen verkaufen sich häufig unter Wert (darum verdienen sie oft weniger als Männer in der gleichen Position) und denken, es fehle ihnen an Kompetenz oder Fähigkeit
  • mangelnder Wille (viele Frauen sind zufrieden und wollen nicht aufsteigen)
  • Frauen nehmen ihre Möglichkeiten zu spät wahr
  • zu wenig klare Ziele im Beruf und in der  Lebensplanung
  • kein Selbstmarketing – da kommt sofort „ich kann mich nicht verkaufen“
  • nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen finden Männer als Chefs besser
  • fehlende Netzwerke innerhalb und außerhalb der Organisation

Darüber hinaus hat eine Studie der Goethe Universität 4.246 Männer und Frauen chefetagen-trostspruch-farbepix

mit Studienabschluss des Jahres 1997 beobachtet. Zehn Jahre später hatten 42% der männlichen und 23% der weiblichen Absolventen eine Stelle mit Leitungsfunktion. Der Grund für dieses Ungleichgewicht ist  nicht allein dadurch zu erklären, dass Frauen  aus Karrieresicht die falschen Studienfächer belegt hatten, sondern, dass Familiengründung Frauen beruflich zurückwirft. Demnach halbiert eine Mutterschaft innerhalb der ersten zehn Jahre die Wahrscheinlichkeit, einen Chefsessel zu ergattern. Dies wiederum liegt aus Sicht von Prof. Ochsenfeld nicht nur in der Arbeitsorganisation der Betriebe, sondern auch an tief verwurzelten alten Vorstellungen der Rollenverteilung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft.

Jedoch bleibt der Rat an Frauen: Wer technisches Interesse hat, wählt am besten Studienfächer, bei denen der Bedarf an guten Nachwuchskräften enorm ist und die bisher noch von Männern dominiert werden, wie zum Beispiel Ingenieurswissenschaften, Elektrotechnik oder Maschinenbau. Da ist Karriere unter Einhaltung der beschriebenen Spielregeln eher möglich.

Wie erkennen Sie, welche Möglichkeiten Sie haben Karriere in Ihrem Beruf zu machen?

Teilnehmerinnen der Business Summer School der Bertelsmann Stiftung bestätigen, dass Frauen vor allem eine karrierefördernde Strategie in Unternehmen benötigen.

Schauen wir uns mal ein Unternehmen an, in dem es eine jährlich zunehmende Zahl an Frauen in Führungspositionen gibt. Im Dax Unternehmen Henkel wird bei der Teamzusammensetzung sehr stark darauf geachtet, dass es eine vielfältige Zusammensetzung aus Geschlecht, Erfahrung und Nationalität gibt. In allererster Linie zählt jedoch fachliche Kompetenz und Engagement. Henkel arbeitet seit Jahren ohne Quote daran, durch bestimmte Rahmenbedingungen den Anteil der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und liegt dadurch bei beachtlichen 30% mit einem jährlichen Anstieg der Quote um 1,5%. Wie geht das? Das wichtigste Kriterium ist aus meiner Sicht eine konsequente Befürwortung des obersten Managements von Henkel zu diesem Thema und das nicht als bloßes Lippenbekenntnis sondern als innere Haltung.

Wie funktioniert die Umsetzung bei Henkel?

  • Ein bestimmter Anteil weiblicher Kandidaten bei Neueinstellungen und Beförderungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.
  • Besondere Karriereentwicklungspläne, die den Erfordernissen von Frauen Rechnung tragen. Bei Beförderungen und der Besetzung von Führungspositionen muss unter den letzten drei Kandidaten mindestens eine Frau sein.
  • Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Familien eine höhere Flexibilität ermöglichen
  • Entwicklung von machbaren Alternativen zur Präsenzkultur, die Frauen und Familien vor besondere Herausforderungen stellt

Der deutsche Mittelstand punktet bereits mit einem Frauenanteil von 30 bis 40% in Führungspositionen. Immerhin beschäftigt er rund 70% aller Arbeitnehmer. Je kleiner das Unternehmen wird, desto geringer ist auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen.

 Wie erkennen Sie, ob Ihr berufliches Umfeld Sie fördert? Welche Strategien benötigen Sie, um „gesehen“ und gefördert zu werden? Probieren Sie doch mal die nachfolgenden Übungen aus. Sie stammen aus der Business Summer School einem Projekt der Bertelsmann Stiftung.

Lesen Sie in meinem nächsten Artikel über Hindernisse, die in uns selbst liegen und wie wir diese Hürden überwinden können. Lernen Sie mehr darüber, was Sie persönlich verändern können, um selbstbewusster zu werden, Konflikte auszuhalten und Ihre beruflichen Ziele nach vorne zu bringen.

Und wie immer freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen unter info@berufs-leben.de.

Meine Buchtipps und Links

Blogartikel zum Thema: Warum Frauennetzwerke nichts taugen

Sehr schönes TED-Video zum Thema.

„Geben und Nehmen“, Adam Grant  – sehr interessantes Buch, das unsere Vorstellung von Erfolg und Karriere auf den Kopf stellen könnte

„Das Arroganzprinzip“, Peter Modler  – für alle, die sich näher mit den Unterschieden in Kommunikation und Haltung von Frau und Mann beschäftigen möchten

„Wer führt in die Zukunft“, Sonja Fischer -eine umfassende Studie zum Thema

Eine von vielen tollen Initiativen zu diesem Thema: Pro Exzellenzia. Ein interessantes Interview zum Thema Frauen und Führung mit der Entwicklungspsychologin Dr. Elizabeth Debold finden Sie hier.

Interessanter Blog Business Ladies

Alle Buchempfehlungen und Links meiner Artikel finden Sie hier.

Finden Sie hier den  Artikel Karriere im Beruf – Welche Stolpersteine gibt es für Frauen_ als PDF.

 

 

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Cornelia Bohlen

cornelia_bohlenMit Berufs Leben hat Cornelia Bohlen einen neuen Coachingansatz geschaffen, mit dem jeder mehr Erfolg und Zufriedenheit im Leben erreichen kann.

Durch ihre jahrelange Erfahrung im Beruf wie als Coach und Trainer hat sie Ihr breites Wissen jetzt in drei Paketen gebündelt: entdecken. entwickeln. erleben.

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