Jobwechsel

Wann ist es Zeit, den Job zu wechseln? Job Lust oder Frust?

Geschrieben von Cornelia Bohlen am in Blog, Erfolg im Beruf

Sind Sie häufiger frustriert im Job?

Mal ehrlich: Auf einer Skala von null bis zehn, wie zufrieden sind Sie zurzeit mit Ihrem Job?

Unzufriedenheit im Job ist ein weitverbreitetes Phänomen in Deutschland. Fast jeder Zweite beschwert sich über schlechtes Arbeitsklima. „Ich werde nicht als Mensch, sondern als Maschine behandelt“, oder „Mein Chef muss alles wissen und kontrolliert mich ständig“, das höre ich oft von meinen Kunden, die händeringend eine Lösung für ihre berufliche Situation suchen. Jede Menge Stellen sind falsch besetzt. Kandidat und Job passen nicht zusammen. Jeder fünfte Mitarbeiter kündigt bereits in der Probezeit.

Eine Studie des renommierten Gallup Instituts belegt, dass sich nur 16% der deutschen Mitarbeiter emotional an das Unternehmen gebunden fühlen. 70% machen Dienst nach Vorschrift. Unmotivierte Mitarbeiter kosten die Wirtschaft demnach jährlich zwischen 67 und 99 Milliarden Euro pro Jahr.

„Emotional hoch gebundene Mitarbeiter zeichnen sich durch eine Reihe von Verhaltensweisen aus, die die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unterstützen“, sagt Marco Nink von Gallup.

In meiner Karriere als Personalerin bei der Bertelsmann Stiftung haben nur wenige Kollegen sich getraut, mit mir darüber zu sprechen, dass sie in ihrem Job frustriert sind und etwas Neues machen möchten. Meist bekam ich das erst mit, wenn jemand seine Kündigung einreichte – leider. Bestimmt hätte man in dem einen oder anderen Fall eine interne Lösung finden können und den guten Kollegen und Mitarbeiter nicht verlieren müssen.

Warum nicht glücklich sein?

Seit ich als Coach arbeite und Kunden zu mir kommen, die gute Gründe benennen können, warum sie diese Unzufriedenheit nicht ausgerechnet mit der Personalabteilung oder Ihrer Führungskraft besprechen wollen, arbeite ich mit meinen Kunden an Strategien, wie sie das Glück auf ihre Seite holen können.

Zeit zu Handeln statt zu warten

Ein ganz wichtiger Ansatz dabei ist, nicht zu lange mit der Entscheidung zu warten. Das habe ich sowohl bei mir selbst, aber auch bei meinen Kunden immer wieder beobachtet.

Die Entscheidung, den Arbeitsplatz zu wechseln wird oftmals hinausgezögert. Sicher, es gibt immer gute Gründe dafür: Das Haus muss abbezahlt werden, die Kinder benötigen finanzielle Unterstützung, der Arbeitsmarkt ist unsicher und unberechenbar. Für die finanzielle und emotionale Sicherheit nimmt man dann die Unzufriedenheit mit dem Aufgabengebiet, dem Chef oder den Kollegen hin. Getrieben von den unterschiedlichen Ängsten und Sorgen redet man sich jahrelang ein, die Arbeitsstelle sei doch ganz gut.

Vorschub bekommt der kleine Sicherheitsteufel mit seinen Argumenten in Ihrem Kopf immer dann, wenn wieder ein Kollege arbeitslos wird oder aber scheinbar lange keine neue Stelle findet.

Ich möchte hier nicht dafür plädieren, dass Sie bei den kleinsten Schwierigkeiten ihre Kündigung einreichen. Aber ich will Sie dabei unterstützen, eine Entscheidung zu fällen, die Ihnen gut tut – und Sie auf lange Sicht zufriedener, glücklicher und damit auch gesünder macht. All das sind Eigenschaften, die ein jeder von uns gern hätte, begleitet vielleicht noch von ausreichend finanziellen Mitteln.

Ehrlichkeit gewinnt!

Nun aber zu den fünf Punkten, wie Sie herausfinden können, ob ein Stellenwechsel überfällig ist.

  1. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Vergleichen Sie Ihre jetzige Berufssituation mit Ihren Erwartungen und Vorstellungen als Sie eingestellt wurden. Wurden Sie bei Beförderungen übergangen? Hat der Chef gewechselt und es hat sich etwas verändert? Ist das Teamklima so, wie sie es sich vorgestellt haben?
  2. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Ihr Büro, das Gebäude in dem Ihr Büro liegt betreten? Energiegeladen oder müde. Ist jeder Tag ein schier endlos wirkender Montag? Verbringen Sie mehr Zeit im Internet bei „Recherchen“ für Privates? Wie häufig fühlen Sie sich krank?
  3. Schreiben Sie Ihre Positionen und Ihr Gehalt der letzten 15 Jahre auf! Machen Sie eine kurze Präsentation daraus! Was hat sich getan, wie viel sind Sie der Firma tatsächlich wert? Und denkt sich das mit Ihren Vorstellungen? Vielleicht ist Ihnen der Arbeitsinhalt und das gute Teamgefühl auch wichtiger als eine hohe Summe auf dem Gehaltszettel.
  4. Sie wollen es noch klarer? Dafür müssen Sie nicht Excel nutzen, können aber trotzdem eine Tabelle erstellen. Fragen, die Sie sich beantworten sollten sind: Welche Situationen haben meinen Frust ausgelöst? Was genau hat sich verändert? Aus welchem Grund möchte ich nicht mehr mit meinem Chef zusammenarbeiten? Was stört mich, was mich früher nicht gestört hat?
  5. Und zu guter Letzt: Trauen Sie sich, definieren Sie ganz „egoistisch“ ein Ziel für sich! Was macht Ihnen Freude und was wollen Sie am Arbeitsplatz erreichen? Was wollen Sie verdienen? Wie soll das Team, der Chef, das Büro sein? Wo sehen Sie sich und wo passen Sie? Wo fühlen Sie sich wohl und wo können Sie Sie selbst sein?

Energie durch Zufriedenheit

Haben Sie diese fünf Punkte erst einmal abgearbeitet, spüren Sie meist schon, in welche Richtung Sie gehen wollen. Und dann nehmen Sie diese Energie wahr und erfüllen Sie sich Ihren Wunsch nach beruflicher Zufriedenheit. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin darüber, schauen Sie sich Ihren Ausgaben an. Was benötigen Sie wirklich, wo können Sie streichen und damit auch Freiheit gewinnen?

Es geht nicht darum, überstürzt handeln, aber eine klare Zeitvorgabe im Kopf zu haben. Nehmen Sie sich zum Beispiel ein halbes Jahr, in dem Sie einen Wandel vollziehen möchten oder in dem sich eine Veränderung in Ihrer Firma vollzogen haben soll, die für Sie entscheidend ist.

Sie können es schaffen! Vielleicht haben Sie schon beim Lesen des Artikels gespürt, dass in Ihrem Kopf Ideen entstehen, wie es gehen kann. Möglich auch, dass Ihnen bewusst geworden ist, dass Sie zufriedener sind als gedacht oder ein Wechsel längst überfällig ist. Lassen Sie die Lust am Arbeitsleben und an Ihren beruflichen Erfolgen Ihre Leitlinien sein und nicht den Frust über Chefs, Kollegen und verpasste Chancen überhand nehmen. Viel Erfolg.

Zur Person:

Cornelia Bohlen ist Karrierecoach und Stärkentrainerin. Sie begleitet Fach- und Führungskräfte auf ihrem Weg der beruflichen Weiterentwicklung. Sie blickt auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung als Führungskraft und Personalerin zurück. Seit 2012 ist sie mit ihrem Unternehmen BerufsLeben als HR-Beraterin, Personalentwicklerin und Coach tätig.

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Cornelia Bohlen

cornelia_bohlenMit Berufs Leben hat Cornelia Bohlen einen neuen Coachingansatz geschaffen, mit dem jeder mehr Erfolg und Zufriedenheit im Leben erreichen kann.

Durch ihre jahrelange Erfahrung im Beruf wie als Coach und Trainer hat sie Ihr breites Wissen jetzt in drei Paketen gebündelt: entdecken. entwickeln. erleben.

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