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Mutmacher für’s Bewerbungsgespräch: Wie Sie sich motivieren! – Tipp 4

Geschrieben von Cornelia Bohlen am in Bewerbungen, Blog, Stärken

Mutmacher: Wie Sie sich motivieren!

Tipp Nr. 4: „Alice im Wunderland“ oder wie Sie sich motivieren können!

Endlich da: Die Einladung zum Bewerbungsgespräch ist in Ihrem Postfach oder Sie haben den Anruf bekommen! Das Bewerbungsinterview steht bevor. Hier nun Tipp Nr. 4 der Serie rund um das Bewerbungsgespräch. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf der Frage:

Wie Sie sich motivieren können?

Ein Bewerbungsprozess fühlt sich für die meisten an, wie der Anfang der Geschichte von Alice im Wunderland, die zu den Klassikern der Weltliteratur zählt. Zu Beginn des Buches sieht die Titelheldin Alice ein sprechendes, weißes Kaninchen und folgt ihm in seinen Bau. Sie fällt in die Tiefe und landet in einem Raum mit vielen Türen. Nach einiger Zeit findet sie einen Schlüssel, mit dem sie eine der Türen öffnen kann. Danach erlebt sie jede Menge Abenteuer, die sie für real hält und ihre Vorstellungskraft häufig mehr als übersteigen.

Vielleicht geht es Ihnen gerade genauso. Sie sind auf der Suche nach dem Schlüssel für die Tür, die Ihnen den nächsten beruflichen Schritt ermöglicht. Umso wichtiger, dass Sie im Gespräch punkten.

So ging es letzte Woche einem Kunden von mir, der sich gerade in einer Umstrukturierungsphase in einem börsennotierten Unternehmen befindet. Bereits seit Anfang des Jahres war klar, dass seine Leitungsposition wegrationalisiert wird und es für ihn keine Perspektive gibt. Verdeckt suchte er bereits nach einer neuen Position und bekam die Einladung zum Gespräch in einer für ihn sehr attraktiven Anschlussposition. Das Gespräch lief super und alle Beteiligten waren sich schnell einig, dass er für die Position sehr geeignet schien. Gehaltlich lag er etwas über dem angebotenen Niveau und wir haben sowohl im Vorfeld als auch nach dem Gespräch überlegt, wie wir ihn strategisch dennoch nach vorne bringen konnten.

Wenige Tage später erreichte ihn die Nachricht des Personalberaters, dass er in der engeren Auswahl sei, allerdings gäbe es bereits eine Kandidatin, die dem Unternehmen schon länger bekannt sei. Es kam wie es kommen musste. Die Kandidatin wurde eingestellt. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es viele Gründe geben kann, die nichts mit Ihnen zu tun haben. Und dennoch nagt es an Ihnen. Jede einzelne Absage vermittelt das Gefühl, nicht gewollt zu sein. Und die Vorbereitung für jedes neue Gespräch ist immer wieder eine Hürde, die es zu nehmen gilt.

Setzen Sie Ihre Vorstellungskraft ein!

Wo wollen Sie hin? Was wollen Sie erreichen? Ist das Ziel klar?

Zuerst werde dir darüber klar, was du tun willst. Dann tue, was nötig ist. Vergeude nicht kostbare Jahre mit einer halbherzigen Entscheidung, wenn du gleichzeitig eine Entscheidung treffen kannst, hinter der du wirklich stehst. Also: Was willst du wirklich erreichen? Aus: Richard Bach, One

Unser Gehirn ist ein lernendes Organ und dafür geschaffen, durch persönliche Erfahrungen verändert zu werden. Während Sie dies lesen, werden ihre besonders aktiven Regionen mit mehr Blut versorgt, Ihre aktiven Synapsen werden sensibler, neue bilden sich.

Eine kleine Übung, die Sie zuhause machen können, demonstriert das sehr anschaulich. Ich setze sie in meinen Stärkenworkshops häufig nach der Mittagspause als „wake up“ ein, denn sie macht deutlich, was möglich ist, wenn Sie Ihre Vorstellungskraft aktivieren. Wir nehmen einen ganz normalen Bleistift, legen ihn zur Hälfte auf die Kante eines Tisches und lassen die andere Hälfte über die Kante hinweg ins Leere ragen. Dann bitte ich die Teilnehmer nacheinander, diesen Bleistift mit der Handkante in zwei Teile zu schlagen. Doch bevor sie das tun, sollen sich die Teilnehmer vorstellen, wie sie mit der Handkante den Bleistift zerbrechen und dieser auf die Erde fällt.

Trotz anfänglicher Skepsis gelingt es allen und die Überraschung ist groß. Die nächste Übung mache ich dann mit einer rohen Kartoffel, die ich mit einem Strohhalm durchbohre. Auch das geht. Nicht ganz so einfach, wie mit dem Bleistift. Probieren Sie es aus!

Schalten Sie Ihr Kopfkino ein!

Wenn ich Sie nun frage, wie Ihr letztes Bewerbungsgespräch war, was passiert da vor Ihrem inneren Auge? Es taucht die Situation, die Ihnen noch im Gedächtnis haften geblieben ist. Jetzt bitte ich Sie, schauen Sie doch mal auf sich. Wie erleben Sie sich? Was haben Sie gemacht? Was war gut? Was war weniger gut? Das Bild, dass Sie in Ihrem Kopf entstehen lassen, IST für Sie Realität. Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Abgrund und haben nur noch einen Schritt, dann fallen Sie. Dass, was Sie jetzt eben im Kopf gesehen haben, hat sich so echt angefühlt, dass unmittelbar dazu das Gefühl der Angst entstanden ist.

Jetzt lade ich Sie ein, sich das Bewerbungsgespräch vorzustellen, dass Sie vor sich haben? Vielleicht haben Sie schon Fotos der Beteiligten Personen im Internet gesehen oder haben eine Vorstellung von dem Firmengebäude, das Sie am Tag Ihres Gespräches betreten werden. Malen Sie sich den kompletten Ablauf des Tages im Kopf aus und gehen die einzelnen Szenen immer wieder durch.

Spitzensportler üben stundenlang den gleichen Bewegungsablauf. Golfprofis beispielsweise gehen jeden einzelnen Schlag im Kopf vorher ganz genau durch. Jede einzelne Bewegung des Körpers und sogar die Flugrichtung des Balles und das Aufkommen des Balles auf dem Rasen wird im Kopf mehrfach durchgespielt. Je öfter Sie sich diese inneren Bilder hervorholen, desto mehr programmieren Sie Ihr Unterbewusstsein und Ihren Körper auf Erfolg. Führen Sie sich auch vor Augen, was Sie schon alles geschafft haben und wieweit Sie schon gekommen sind.

Was waren Ihre größten Erfolge?

Worauf sind Sie besonders stolz?

Welche guten Dinge passieren gerade in ihrem Leben?

Mein Tipp: Nutzen Sie genau diese Fähigkeit für das Gespräch. Stellen Sie sich mehrmals am Tag vor, wie Sie das Bewerbungsinterview optimal meistern. Wie Sie mit ruhiger, sicherer Stimme sprechen und Sie selbst sind.Sollten Sie zu vor dem Gespräch sehr angespannt sein, regulieren Sie Ihre Körperenergie durch Ihre Atmung. Dazu atmen Sie in folgendem Rhythmus für mindestens fünf Minuten: drei Sekunden in den Bauch einatmen – drei Sekunden den Atem halten – sechs Sekunden ausatmen.

Aktivieren Sie Ihre innere Stärke!

Je nachdem, wie es Ihnen geht, strahlen Sie etwas aus. Wer selbstsicher in ein Gespräch geht, hat eine andere Ausstrahlung als jemand, der sich unsicher fühlt.

Forscher haben in einem Experiment Menschen in einem verglasten und absolut schalldichten Raum gesetzt und dabei die Aktivitäten in ihrem Gehirn gemessen. Andere Menschen, die außerhalb dieses Raumes waren, wurden gebeten nacheinander zunächst Gutes und dann Schlechtes über diese Menschen zu denken. Was glauben Sie, hatten die Gehirne der Eingeschlossenen eine unterschiedliche Frequenz? In der Tat. Je nachdem, was die Außenstehenden über sie gedacht haben, wurden unterschiedliche Areale des Gehirns angesprochen.

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Sie haben die Chance sich und alle am Gespräch Beteiligten mit guten Gedanken zu versehen. Wenn Sie morgen aufstehen und sich sagen „ich probier’s mal – vielleicht klappt es ja?“ Was meinen Sie, welche Ausstrahlung werden Sie haben? Immer wieder habe ich selbst erlebt, wie sich meine selbsterfüllenden Prophezeiungen („self-fulfilling prophecy“) erfüllen. Ist übrigens ganz praktisch, wenn ich einen Parkplatz suche.

Eine Kundin von mir hatte neulich ein sehr gutes Telefoninterview. Die Personalerin hat ihr im Gespräch mehrfach gesagt, wie beeindruckend ihr Lebenslauf sei und wie gut ihr das Gespräch gefalle. Allerdings hat sie auch sofort gesagt, dass der Bewerbungsprozess schon sehr weit vorgeschritten sei und sie nicht wisse, ob sie Ihr Profil noch ins Gespräch bringen könne.

Noch Tage später, als sie mir von diesem Erlebnis berichtete habe ich gemerkt, wie sehr sie dieses Erlebnis motiviert hat. Auch wenn es am Ende nicht zu einem Job führt, holen Sie sich die guten Gespräche und Situationen im Prozess immer wieder vor Augen. 

Mein Tipp: Schreiben Sie Ihre beruflichen Erfolge und persönlichen Stärken auf Karteikarten. Hängen Sie die Karten an einen Ort, an dem Sie ständig vorbei kommen oder lesen Sie sie vor dem Gespräch immer wieder durch. Schaffen Sie sich täglich eine gute Erfahrung und gute Gefühle.

Mein Tipp Nr. 5 beschäftigt sich mit dem Thema: Fragen, die Sie in jedem Bewerbungsgespräch stellen sollten!

Tipp Nr. 1 Trauen Sie Ihrer Intuition

Tipp Nr. 2 Seien Sie Sie selbst

Tipp Nr. 3 Vorbereitung

Bis dahin eine gute Zeit für Sie!

P.P.S. Während des Bewerbungsprozesses empfehle ich Ihnen die App Happify.

Weiterführende Blogs und Literatur

Buch:

Mentale Stärke entwickeln: Chefsache Kopf 

Dinge, die mental starke Menschen nicht tun

Blog:

 Wie mental starke und kreative Menschen denken

Tipps für mentale Stärke

 

 

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Kommentare (4)

  • Jörg Unkrig

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    Tolle Tipps und so einfach nachzuvollziehen.
    Auch deine weiteren Empfehlungen wie man mentale Stärke erlangt, finde ich sehr gut. Habe mich gerade intensiv damit beschäftigt und stimme zu. Auch interessant was Amy Morin in ihrem aktuellen Buch dazu schreibt.

    Antworten

    • Cornelia Bohlen

      Cornelia Bohlen

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      Hallo Jörg, danke für Deine Anmerkungen und auch die Buchempfehlung. Liebe Grüße Cornelia

      Antworten

  • Michael Noetzelmann

    |

    Hallo Cornelia,

    ein toller Artikel mit vielen wertvollen und gut nachvollziehbaren Tipps. Besonders gelungen finde ich den Part mit den „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Gerade bei einem Bewerbungsgespräch kann es DEN Unterschied machen, ob du mit einer „na ja, mal schauen“ oder einer „ich bekomme meinen Traumjob“ Einstellung in das Gespräch gehst.

    Zum Thema Selbstbewusstsein habe ich mal einen interssanten Satz gelesen (ich glaube bei Bodo Schäfer), der in etwa so ging: „Selbstbewusst ist derjenige, der aufgrund seiner Vergangenheit weiß, dass er jede Situation meistern kann.“

    Täglich eine gute Erfahrung schaffen, ist ein sehr guter Tipp, den man viel öfter beherzigen sollte. Ich auf jeden Fall werde das ab jetzt tun…

    Viele Grüße

    Micha

    Antworten

    • Cornelia Bohlen

      Cornelia Bohlen

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      Hallo Micha, vielen Dank für die tolle Ergänzung. Ja, das mit dem Traumjob hat mehr mit der eigenen inneren Haltung zu tun, als viele glauben. Oft hindern uns innere Überzeugungen und Glaubenssätze daran, das zu bekommen, was wir uns wünschen. Alles Gute für Dich. Liebe Grüße Cornelia

      Antworten

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Cornelia Bohlen

cornelia_bohlenMit Berufs Leben hat Cornelia Bohlen einen neuen Coachingansatz geschaffen, mit dem jeder mehr Erfolg und Zufriedenheit im Leben erreichen kann.

Durch ihre jahrelange Erfahrung im Beruf wie als Coach und Trainer hat sie Ihr breites Wissen jetzt in drei Paketen gebündelt: entdecken. entwickeln. erleben.

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